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26.-27.08.2010: Schweres Unwetter

Ein schweres Unwetter hat den Landkreis Osnabrück und somit auch die Gemeinde Hagen am Donnerstag heimgesucht. Durch die Unmengen an Wassermassen hat sich der Goldbach in einen reissenden Fluß verwandelt. Alle Regenrückhaltebecken waren hoffnungslos überfüllt, ein überlaufen konnte nicht verhindert werden. Fast alle Anwohner des Golbach waren betroffen, Gärten standen unter Wasser.

Als die Kellerscheiben dem Druck nicht mehr standhielten kam es zum Schlimmsten. Keller waren bis zur Decke gefüllt. Oftmals konnten die Kameraden nicht mit dem Abpumpen beginnen da die Wassermassen kontinuierlich nachflossen.

 

Begonnen hat alles am Donnerstag gegen 18:00 Uhr. Allerdings nicht in Hagen sondern in der Nachbargemeinde Hasbergen. Hier hat es die Bewohner eines Einfamilienhauses schlimm getroffen. Ein frisch gepflügter Acker in Hanglage verursachte eine Schlammlawine. Mit dem LF16 fuhren die hagener Kameraden zur Unterstützung nach Hasbergen. Schnell war klar, dass hier nur große Pumpen von Nöten waren. Somit wurde die TS in Stellung gebracht und der bis zu 1,80 Meter hoch vollgelaufene Keller leergepumpt. Nachfolgend wurden noch mehrere Einsätze in Hasbergen abgewickelt. Zwischenzeitlich haben auch der Gerätewagen und das Tanklöschfahrzeug Einsätze in der Gemeinde Hagen gefahren, mit mehreren Tauchpumpen wurden mehr- oder wenigervolle Keller geleert bevor alle Fahrzeuge aus Hagen in die Stresemannstraße in Niedermark beordert wurden. Hier, im anderen Ortsteil Hagens, hatte es die Gemeinde ebenfalls schlimm getroffen. Mit diversen Pumpen versuchte man, die Oberwasserkanäle in der Straße leerzupumpen. Parallel sind die anliegenden Häuser abgepumt worden.

Gegen 0 Uhr sind die Kameraden dann das erste Mal teilweise wieder eingerückt um sich ihrer völlig durchnässten Kleidung zu entledigen und warme Getränke aufzunehmen. Ab 1 Uhr ging es dann wieder kontinuierlich weiter.

Nach einer etwas ruhigeren Phase haben dann offensichtlich in den Morgenstunden viele Bewohner das erste Mal in ihren Keller geschaut und eine Flut von Anrufen gingen im Feuerwehrhaus ein. Bevor diese anzugehen waren, alarmierte Ortsbrandmeister Heinz-Josef Wöhrmann frische Kräfte. Teilweise waren Kameraden am Abend herausgelöst worden um sich auszuruhen, diese Standen dann am frühen Morgen wieder zur Verfügung. Ab dieser Zeit waren die hagener Kameraden ausschliesslich damit beschäftigt, ca. 15 völlig vollgelaufene Keller in den Straßen Am Goldbach, Weidenstraße, Bergstraße, Brooksweg etc. abzupumpen. Da die großen Fahrzeuge ca. 2-3 Stunden pro Keller benötigen, zogen sich die Arbeiten bis Freitag Nachmittag gegen 16:00 Uhr hin.

Unterstützung haben die hagener aus dem Landkreis Emsland bekommen. Gemeindebrandmeister Horst Igelbrink hat im benachbarten, weniger betroffenen Landkreis Hilfe in Form eines Bereitschaftszuges angefordert. 8 Feuerwehrkameraden aus dem 80km entfernten Freren brachten 2 große Pumpen am Goldbach in Stellung, andere unterstützten in Niedermark.

Gegen 17:00 Uhr am Freitag Abend konnte Heijo Wöhrmann alle Fahrzeuge und die eingesetzten Kameraden wieder im Feuerwehrhaus empfangen. Jetzt mussten erstmal alle Fahrzeuge gereinigt werden, Schläuche und Leinen wurden zum trocknen aufgehangen und die Kameraden befreiten sich teilweise aus ihrer dritten durchnässten Garnitur. Der Einsatzleitwagen war die ganze Zeit besetzt um die Kameraden vor Ort an den Einsatzstellen mit Getränken, Essen und weiterem Material zu versorgen. Somit hatten sie auch für den Feierabend eine heisse Mahlzeit organisiert, die von der Schnellen Einsatzgruppe SEG der Malterser hergerichtet wurde. Diese hatten ihr Versorgungseqipment an der St. Martinus Schule aufgebaut. Bis zu 200 Einsatzkräfte in Hagen, Niedermark, Hasbergen usw. wurden verpflegt.

Ca. 19:00 Uhr, nach 25 Stunden im Einsatz waren die völlig geschafften Einsatzkräfte soweit, den Einsatztag zu beenden. Einige Kameraden waren durchgehend eingesetzt, Ortsbrandmeister Heijo Wöhrmann koordinierte über den gesamten Zeitraum die Einsätze im Gerätehaus in Hagen, Gemeindebrandmeister Horst Igelbrink stand im Gerätehaus in Niedermark zur Verfügung.

 

Um 21:15 wurden die Kameraden dann doch noch zur Unterstützung der Berufsfeuerwehr Osnabrück angefordert. Kanaldichtkissen wurden benötigt, um die Überflutung eines Umspannwerkes des RWE zu verhindern. 3 Kameraden rückten mit dem Gerätewagen nach Osnabrück aus.

 

 

Artikel au der NOZ:

Hagen. „Ab zwei Uhr nachts rauschte bei uns eine Alarmmeldung nach der anderen rein. Besonders im Bereich Dallmöllers Mühle war die Lage katastrophal. Da stand das Wasser mehr als einen Meter hoch“, schildert Hagens Gemeindebrandmeister Horst Igelbrink die dramatische Situation in den frühen Morgenstunden.

Rund 150 Einsätze verzeichneten die beiden Ortsfeuerwehren, von denen gut zwei Drittel auf die Niedermark entfielen. Der Erste Gemeinderat und Kämmerer Peter Gausmann, der den sich im Urlaub befindlichen Bürgermeister Dieter Eickholt vertritt: „Entlang dem Goldbach war so gut wie jedes Haus betroffen.“ Er schätzt, dass in der Gemeinde insgesamt rund 250 Keller vollgelaufen sind.

Besonders schlimm war die Situation im Bereich Bergstraße, wo das Haus von Ratsmitglied Klaus Herkenhoff auf einem Eckgrundstück zum Goldbach steht. „Wir hatten zwar versucht, mit Sandsäcken ein Eindringen des Wassers zu verhindern, aber gegen 1.30 Uhr ging gar nichts mehr.“ Mit einem Riesenknall platzten die Kellerfenster, und innerhalb kürzester Zeit war auch das Erdgeschoss betroffen. Dabei hatten die Anwohner in dem Bereich noch am Vortag den Mühlenteich leerlaufen lassen, um einen zusätzlichen Staupuffer zu haben. Herkenhoff: „Doch dann war die Wirkung des Rückhaltebeckens verpufft.“

Auch Peter Gausmann war noch in der Nacht an der als „neuralgischer Punkt“ geltenden Stelle, um sich selbst ein Bild zu machen. Seine Einschätzung: „Das war ein reißender Strom. Wir können letztlich froh sein, dass bei der Überschwemmung niemand zu Schaden gekommen ist. Gegen so ein Ereignis gibt es keinen 100-prozentigen Schutz.

 

 

Auszug aus dem Liveticker vom Freitag (Neuen Osnabrücker Zeitung)

13.15 Uhr: Zwischenzeitlich bestand die Gefahr, dass die Gasversorgung in Hagen hätte abgestellt werden müssen. Die Gefahr sei gebannt, heißt es.

13.11 Uhr: Schätzung der Gemeinde Hagen: 200 bis 250 Keller sind im Gemeindegebiet vollgelaufen.

13.00 Uhr: Am Gretzmannsesch in Hagen ist ein Baum umgestützt. Weitere Bäume müssen wahrscheinlich gefällt werden, weil der Boden aufgeweicht ist.

10.11 Uhr: An der Bergstraße in Hagen fangen die Hausbesitzer an, die Keller auszuräumen. Bei einigen stand die Brühe 1,20 Meter hoch. Die Lebensmittel in den Kühltruhen sind hin.

10.09 Uhr: Die historische Dallmühle in Hagen an der Bergstraße hat es schwer erwischt. Der Goldbach hat den Keller des alten Sägewerks bis zur Decke gefüllt. Das Wasser stand im Erdgeschoss knöchelhoch.

9.28 Uhr: Schlimm getroffen hat es die Familien an der Bergstraße in Hagen.

9.26 Uhr: Gute Nachricht für alle Einsatzkräfte: Die Sondereinsatzgruppe SEG richtet auf dem Schulhof in Hagen zwei Feldküchen ein.

8.50 Uhr: Das Freibad in Hagen ist um 40 Zentimeter überschwemmt, das Becken mit Schlamm und Geröll geflutet. Die Freibad-Saison ist ab sofort beendet. Das Hallenbad hat zwar Wasser im Keller, ist jedoch gesichert.

7.45 Uhr: An der Gummiwiese in Hagen fassen die Abläufe die Wassermassen nicht mehr. Umliegende Häuser wurden überschwemmt. Ein Anwohner: "Bei uns steht das Wasser wohl 30 Zentimeter hoch."

 

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